Infoveranstaltung zum Gesundheitsfonds


Pressemitteilung (nach der Veranstaltung):


Medizinische Versorgung erhalten ist oberstes Gebot

FDP diskutiert mit hochrangigen Fachleuten über Gesundheitsfonds und mögliche Abhilfen

Dass der Gesundheitsfonds der großen Koalition seit seiner Einführung nicht nur ein Dauerproblem auf Bundes- und Landesebene ist, machte ein Informationsabend deutlich, zu dem der FDP-Kreisverband ins Bräustüberl eingeladen hatte. Streiktage der Fachärzte und zunehmende Unruhe unter Patienten im Landkreis waren der Anlass für die Werdenfelser Liberalen, sich dieses Themas anzunehmen.

Wie Recht sie damit hatten, zeigte nicht nur die hochrangige Besetzung des Podiums mit Dr. Erwin Lotter, Mitglied des Deutschen Bundestages und Arzt aus Aichach, Christian Bredl, Chef der Techniker Krankenkasse in Bayern, und die Fachärzte Dr. Tobias May, Dermatologe, und Dr. Dirk Potempa, Urologe, aus dem Kreisort. Auch unter die Gäste hatten sich viele ausgewiesene Fachleute wie unter anderen Stefan Schackmann, Direktor der AOK Garmisch-Partenkirchen, gemischt.

„Das Gesundheitswesen darf nicht zum Tummelplatz parteipolitischer Machtkämpfe und nicht zum Experimentierfeld theoretischer Wunschvorstellungen werden. Es ist der wichtigste Teil der Daseinsvorsorge. Für eine bestmögliche medizinische Versorgung müssen alle zusammenhelfen.“

Mit diesen mahnenden Worten eröffnete der Moderator, der FDP-Kreisvorsitzende Germut Bielitz, den Abend, dessen erster Teil der Information über die eingetretenen Veränderungen gewidmet war. Die massive Kritik von Dr. Lotter an der gegenwärtigen Situation: „Die niedergelassenen Ärzte sind zu Recht empört und mit Zukunftssorgen belastet. Von der versprochenen Transparenz kann keine Rede sein. Der Gesundheitsfonds ist der falsche Weg, “ wurde von den Fachleuten geteilt.

„Die Krankenkassen haben ausdrücklich vor einer Einführung des Gesundheitsfonds im Ganzen ohne Erprobungsphase in Teilbereichen gewarnt. Aber leider vergeblich“, machte Bredl die Politik für das entstandene Chaos verantwortlich.

Als völlig unzureichend schilderten Dr. Potempa und Dr. May die Dreimonatspauschalen für die komplette Versorgung eines Patienten unabhängig von der Anzahl der Termine, zum Beispiel € 19,00 bei Dermatologen und wegen aufwändigerer Medizintechnik € 28,00 bei Urologen. „Ohne die Privatpatienten könnte ich meine Praxis nicht über Wasser halten“, erklärte der Dermatologe Dr. Roye aus Murnau begleitet vom Kopfnicken der anwesenden Ärzte.

Nach der Überzeugung von Dr. Lotter ist das heutige System des Gesundheitswesens nicht mehr reparierbar. Das zeigten schon allein die 20 hierzu seit Mitte der 90er Jahre ergangenen Reformgesetze. „Die alternde Gesellschaft einerseits und der medizinische Fortschritt andererseits verlangen einen Umbau der Gesetzlichen Krankenversicherung. Wir brauchen keine planwirtschaftliche Staatsmedizin, sondern mehr Eigenverantwortung der durch eine Grundversorgung abgesicherten Patienten.“

Für den Vertreter der Techniker Krankenkasse geht die Sicherstellung einer qualifizierten medizinischen Versorgung nur über mehr Wettbewerb, in dem im Gegensatz zur Pauschalierung Leistung belohnt wird.

„Wir wollen ein System, in dem wir für unsere Leistung bezahlt werden. Wie der Wirt, bei dem ich meine Halbe bestelle, “ brachte der Orthopäde Dr. Wolfgang Vogt die Forderung der Ärzte mit einem für jedermann verständlichen Bild auf den Punkt.

Pressemitteilung (vor der Veranstaltung):


Der FDP-Kreisverband Garmisch-Partenkirchen veranstaltet am Mittwoch, den 18.03.2009, in Garmisch-Partenkirchen um 20:00 Uhr im Bräustüberl, Fürstenstr. 23, einen Informationsabend zu dem Thema

Der Gesundheitsfonds und seine Auswirkungen auf die medizinische Versorgung im Landkreis.

Die Veranstaltung richtet sich an alle Betroffenen, das heißt sowohl an die Werdenfelser Ärzteschaft als auch an ihre Patienten.
Ziel der Veranstaltung ist es, objektiv und leicht verständlich über das neue System von Gesundheitsfonds und Honorarreform aufzuklären, die ersten Erfahrungen und möglichen Folgen aufzuzeigen und auf dieser Grundlage über kurzfristige Abhilfen und dauerhafte Lösungen zu beraten.

Für diese Veranstaltung haben verbindlich zugesagt das FDP-Mitglied des Deutschen Bundestages, Dr. med. Erwin Lotter, praktizierender Arzt aus Aichach bei Augsburg, und Christian Bredl von der Techniker Krankenkasse, Leiter der Landesvertretung Bayern mit der Zuständigkeit für die Vertragsarbeit. Ein oder zwei medizinische Fachexperten aus dem Landkreis werden an diesem Informationsabend ebenfalls zur Verfügung stehen.

Mit dieser Veranstaltung will der FDP-Kreisverband seinen Beitrag dazu leisten, dass auch zukünftig eine flächendeckende, qualitativ hochwertige und wirtschaftlich vernünftige medizinische Versorgung im Landkreis sichergestellt ist.

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